Gemmotherapie Gemmotherapie: die Energie der Knospen

Gemmotherapie

Die Gemmotherapie ist eine Form der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde), bei welcher ausschliesslich Knospen (griech. = gemma), Triebspitzen und junge Schösslinge verwendet werden. Die Gemmotherapie gibt dem Heilungsprozess einen neuen Schub.

Wie werden Gemmotherapeutika hergestellt?
Gemmotherapie heisst, Arzneien aus dem „Lebendigsten“ der Pflanzen herzustellen. Hierbei werden frische, einheimische Pflanzenknospen aus biologischem Anbau oder Wildwuchs in einer Alkohol-Glycerin-Lösung eingeweicht. Das entstehende Mazerat wird gefiltert und mit einer Alkohol-Glycerin-Lösung verdünnt.

Wie funktioniert Gemmotherapie?
Mit der Gemmotherapie werden Lebens- und Wachstumskräfte einer Pflanze als Regenerations- und Heilkräfte für den Menschen und Tiere nutzbar gemacht. In den Knospen und jungen Trieben steckt die meiste Energie. Später nimmt die Wachstumsaktivität einer Pflanze ab. Man denke an Pflanzenwurzeln, welche beim Spriessen und Wachsen Asphaltstrassen sprengen!

Die Gemmotherapeutika regen die Bildung einer bestimmten Zellenart, der Makrophagen, an. Diese Makrophagen praktizieren die Phagozytose, das heisst, sie umschliessen und fressen Fremdpartikel wie etwa Bakterien. Die Phagozytose findet in allen Geweben und in der Lymphflüssigkeit statt. Dieser Wirkmechanismus ist bereits in den 1950er Jahren wissenschaftlich untersucht und belegt worden. Weitere pharmakologische und analytische Studien schlossen sich an.

Die Anwendung der Gemmotherapie
Es macht Sinn Gemmomazerate in der Behandlung verschiedener Beschwerden einzusetzen. Sie beschleunigen den Heilungsprozess, etwa bei Heuschnupfen oder starkem Husten. Gemmomazerate sind eine gute Hilfe, um möglichst rasch wieder fit und arbeitsfähig zu sein – in der heutigen Zeit ein sehr wichtiger Aspekt!

Die Gemmotherapeutika bewirken bei vielen Funktionsstörungen wie Menstruations- und Wechseljahrbeschwerden, Schlafstörungen, Magenbrennen und Allergien eine Harmonisierung des Körpers und regulieren somit die Beschwerden.

Die Mittel können kombiniert werden. Allerdings sollte immer nur ein Mittel auf einmal zur Anwendung kommen - morgens ein anderes als mittags oder abends.

Oftmals kombiniert man auch Gemmotherapeutika mit einer Phytotherpie oder einer klassischen homöopathischen Behandlung.

Hier nun eine Aufstellung der meistverwendeten Gemmotherapeutika:
  • Ficus carica (Feigenbaum)
    Anwendung: Magenbrennen, Warzen, depressive Verstimmung, Gastritis (Magenschleimhautentzündung), Gewichtsreduktion
  • Fraxinus excelsior (Gewöhnliche Esche)
    Anwendung: Gicht, Verdauungsbeschwerden, Gewichtsregulierung
  • Juniperus communis (Wacholder)
    Anwendung: Leberzirrhose (Schrumpfleber), Ausleitung Leber und Niere, Gewichtsreduktion
  • Olivae europea (Olivenbaum)
    Anwendung: Blutdruck- und Gefässmittel bei Bluthochdruck (unterstützend zu Blutdruckmedikamenten), schlechter Durchblutung und schwachen Gefässen
  • Ribes nigrum (Schwarze Johannisbeere)
    Anwendung: Arthrose, Akne, chronische Bronchitis, Migräne, Gastritis, Asthma, Ekzeme, Entzündungen, Nesselfieber, Polyarthritis, Prostatabeschwerden, pflanzliches Cortison bei Heuschnupfen, Allergien, Husten
  • Rosa canina (Hagebutte)
    Anwendung: Herpes, Arthrose, Polyarthritis, Rhinopharyngitiden bei Kindern (Entzündung des Nasenrachens)
  • Rosmarinus officinalis (Rosmarin)
    Anwendung: Ausleitung Leber, Gewichtsreduktion
  • Rubus idaeus (Himbeere)
    Anwendung: Dysmenorrhoe (Menstruationsschmerzen), Osteoporose, Wechseljahrbeschwerden
  • Sequoia gigantea (Mammutbaum)
    Anwendung: Pflanzlicher Tranquilizer bei nervlichen und psychischen Störungen, Schwäche- und Altersbeschwerden, wirkt stärkend und stressadaptierend
  • Tilia tomentosa (Silberlinde)
    Anwendung: Akne, Gastritis, Einschlafstörungen bei Kindern
  • Vaccinium vitis-idaea (Preiselbeere)
    Anwendung: Blasenentzündung, Wechseljahrbeschwerden, Hüftgelenkarthrose, Durchfall, Osteoporose
Die Dosierung der Gemmotherapeutika
Die Gemmomazerate werden als Spray abgegeben. Vor den Mahlzeiten sprüht man diese angenehm süsslich schmeckenden Mittel direkt auf die Mundschleimhaut. Kinder nehmen täglich drei mal ein bis zwei Sprühstösse, Erwachsene täglich drei mal zwei bis drei Sprühstösse. In akuten Fällen halbstündlich oder stündlich einen Sprühstoss.